Vom 19. bis 26. Juli war eine Delegation aus Politik und Verwaltung unserer peruanischen Partnerkommune Urubamba in Eching zu Gast. Die Klimapartnerschaft ergänzt die langjährige Verbindung zwischen beiden Kommunen um einen fachlichen Austausch zu den Folgen des Klimawandels. Im Mittelpunkt stehen die Themen Wasserknappheit,
Landwirtschaft und Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Umweltbildung.
Während der Besuchswoche informierten sich die Gäste über verschiedene Ansätze aus Eching und der Region. Auf Gut Neuhof fand ein Wissensaustausch zu Landwirtschaft, Boden- und Wassermanagement, klimaresilienten Pflanzen, Kartoffelanbau und regionaler Wertschöpfung statt. Weitere Stationen waren unter anderem die Kläranlage Grüneck, der Abfallentsorgungsbetrieb Steiger, der Heideflächenverein und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Die fachlichen Besuche wurden durch intensive gemeinsame Arbeit ergänzt. In einem Workshop mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) sowie in mehreren Arbeitsrunden stellten beide Kommunen ihre Ausgangslagen und bisherigen Erfahrungen vor. Es wurden mögliche Themenfelder der Klimapartnerschaft eingegrenzt, Projektideen diskutiert und die nächsten Arbeitsschritte vorbereitet. Dabei ging es insbesondere darum, welche Auswirkungen Trockenheit und veränderte klimatische Bedingungen auf Landwirtschaft, Wasserversorgung, Biodiversität und kommunale Aufgaben haben. Gemeinsam wurde herausgearbeitet, welche Erfahrungen für beide Kommunen nutzbar sind und in welchen Bereichen konkrete Projekte entwickelt werden können.

Die Besuchswoche wurde von zahlreichen Beteiligten unterstützt. Landwirtinnen und Landwirte, Fachleute aus Wissenschaft und Praxis, Mitarbeitende aus Verwaltung und Bildung sowie ehrenamtlich Engagierte brachten ihr Wissen ein und ermöglichten einen Austausch an konkreten Beispielen. Die Fairtrade-Gruppe gestaltete ein Buffet mit regionalen und fair gehandelten Lebensmitteln und stellte damit die Bedeutung eines fairen und direkten Handels heraus. Ehrenamtliche Übersetzerinnen und Übersetzer begleiteten die Gespräche während der gesamten Woche.

Beim Empfang im Rathaus wurde an die bestehende Verbindung zwischen Eching und Urubamba angeknüpft und die weitere Zusammenarbeit besprochen. Beide Kommunen haben sich verpflichtet, gemeinsam einen Aktionsplan für die Klimapartnerschaft zu erarbeiten. Darin werden zentrale Themenfelder festgelegt und konkrete Projekte entwickelt, die in Eching und Urubamba umgesetzt werden sollen. Die Gespräche, Arbeitsrunden und fachlichen Besuche während der Besuchswoche bilden dafür die Grundlage.
Die Themen der Klimapartnerschaft werden auch in der Bildungsarbeit vor Ort aufgegriffen. Beim Kinder-Kartoffeltag der vhs Eching am 11. und 12. August auf Gut Neuhof erfahren Vorschul- und Grundschulkinder, wie Kartoffeln angebaut und geerntet werden und welche Rolle Boden, Wasser und Landwirtschaft bei der Erzeugung von Lebensmitteln spielen.
Die bereits seit 1994 bestehende Städte-Freundschaft zwischen Eching und Urubamba war Anknüpfungspunkt für die Klimapartnerschaft, die im März 2026 offiziell begonnen wurde. Diese Partnerschaft und damit auch die Reise der Delegation aus Urubamba nach Eching sowie weitere Fachaustauschreisen, werden durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global gefördert.