Am 09. Mai fand die Vernissage der Künstlerin Monika Schmeizl im Foyer des Echinger Rathauses statt. Die Ausstellung kann noch bis zum 23. Juni zu den gewohnten Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden.

Bürgermeister Sebastian Thaler zeigte sich erfreut über die vom Kultur Verein Eching nun seit 2 Jahren im regelmäßigen Turnus organisierte künstlerische Ausstattung des Rathausfoyers.
Die 1. Vorsitzende des KulturForum Eching e.V., Frau Dr. Sybille Schmidtchen, eröffnete zusammen mit dem Bürgermeister die außerordentlich gut besuchte Vernissage und stellte die Künstlerin vor.
Um den Gästen einen tieferen Einblick in ihre Kunst zu ermöglichen, erläuterte die Künstlerin persönlich ihre Werke und gab Einblicke in die emotionalen Hintergründe und Entstehungsgeschichten einiger Bilder.

Im Jahr 1954 in Hessen geboren, entwickelte Monika Schmeizl schon im frühen Alter große Freude an kreativer Gestaltung und so wurden schon früh aus alltäglichen Gebrauchsmaterialien und auch Abfällen erste kleine Kunstwerke. Im Alter von sechs Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Garching, wo sie nach dem frühen Tod der Mutter als 14-Jährige neben Schule und Ausbildung zur Bürokauffrau Haushaltspflichten für ihren Vater und kleinen Bruder übernehmen musste. In der Zeit wurden Malen und das Modellieren mit Salzteig zum seelischen Ausgleich.

Ihre Emotionen verarbeitete sie damals wie heute in intensiv farbigen Bildern. Durch die frühe Gründung einer eigenen Familie traten die künstlerischen Neigungen abermals in den Hintergrund. Erst nach der Scheidung und dem Umzug mit den Kindern nach Eching wurde durch die haptischen Erfahrungen mit Ton in einem Töpferkurs bei Gabi Obermeier die Leidenschaft zum Gestalten wieder neu entfacht. Es folgten zahlreiche Kurse sowohl im Rakubrennen und kurze Zeit später auch im Aquarellmalen. Zur Perfektionierung beider Techniken reiste sie nach Holland und in die Toskana, sie beschreibt sich rückblickend als süchtig nach gestalterischer Weiterentwicklung. Ihre Töpferkreaturen entstanden vermehrt aus einer Verbindung von Ton und Holz bzw. Wurzeln aus dem Wald, in den letzten Monaten zu sehen im NIKI-Optik-Schaufenster.

Bald entdeckte sie, dass das Zarte der Aquarelltechnik sie nicht befriedigte, sie träumte von großflächigen und leuchtend farbigen Bildern. Ihre Emotionen in großen, sehr farbenfrohen Acrylbildern auszuleben - abstrakt und sehr individuell – mit Händen, Füßen und wenn nötig unter Körpereinsatz - wurde zu einer wahren Obsession. Wenn Farbe und Pinsel nicht ausreichten, um ihre augenblickliche Gefühlswelt zum Ausdruck zu bringen, griff sie zu zusätzlichen Materialien wie Spachtelmasse und Pappmaschee, Styropor, Fimo, Netzen oder sogar Beton, um dem Bild ihre Botschaft aufzudrücken.

Aus heutiger Perspektive stellt sie fest, dass das Ausleben in großen, bunten Acrylbildern sie trotz einiger Schicksalsschläge zu einem zufriedenen Menschen gemacht hat. Auf ihrer Webseite schreibt sie: „Ich mag Menschen, deren Schicksale und Emotionen, die ständige Suche nach Harmonie und Erfüllung, das Auf und Ab des Lebens, das sind meine Skulpturen und Bilder.“ Hier bewahrheitet sich das Zitat des Malers Josef Albers: „Kunst ist kein Objekt – Kunst ist Erfahrung“.