Rund 100 Kindergartenkinder konnte den Falkner und seine Wüstenbussarde live im Freizeitgelände erleben und viel über die Saatkrähenvergrämung erfahren. Hintergrund dieser aussergewöhnlichen Vorführung war der noch bis Mitte April andauernde Einsatz von Greifvögeln gegen die Saatkrähen in Echings Wohngebieten.

Die Saatkrähenpopulation hat in den letzten Jahren in Eching stark zugenommen und führte neben der starken Lärmbelästigung auch zunehmend zu hygienischen Problemen durch Vogelkot auf öffentlichen Wegen, Parks und Gärten. Die Anwesenheit der Saatkrähen ist für die Anwohner seit Jahren ein großes Ärgernis, besonders in den Wohngebieten rund um die Hubergasse / Böhmerwaldstraße, Dresdener Straße und Untere Hauptstraße. Doch die Saatkrähen sind in Deutschland geschützte Tiere und dürfen nicht einfach bejagt werden.
Die Gemeinde Eching hat nun durch die Saatkrähenvergrämung eine umweltverträgliche Lösung gefunden. Die höhere Naturschutzbehörde erteilte zunächst für den Zeitraum vom Februar bis Ende März und später mit Verlängerung sogar bis Mitte April die Genehmigung für Vergrämungsmaßnahmen wie Nestentfernung und Einsatz eines Greifvogels in bestimmten Wohngebieten im Gemeindegebiet Eching. So kam in unmittelbarer Nähe der Saatkrähenkolonien ein Falkner zum Einsatz, der durch die Anwesenheit seiner Greifvögel den Saatkrähen Gefahr suggerierte und sie zur Aufgabe der Brutkolonie an diesem Ort bewogen hat.

Tatsächlich hat diese Maßnahme gewirkt. Sie suchten sich einen anderen Brutplatz außerhalb Echings. Eine Brutkolonie hat sich beispielsweise nord-westlich der S-Bahn in einem Wäldchen niedergelassen. Die Maßnahme des Greifvogeleinsatzes geht noch bis Mitte April und muss für einen langfristigen Erfolg in den nächsten Jahren wiederholt werden.
Die beauftragten Falknerinnen und Falkner von Falcons World, allen voran Leo Mandlsperger, sind inzwischen bei den Anwohnern bekannt und die Maßnahme wird überwiegend positiv von ihnen aufgenommen. Diese von der Gemeinde Eching beauftragten Experten verfügen über die nötige Sachkunde und jahrzehntelange Erfahrung in der Vergrämung von Problemvögeln.
Eine Anwohnerin aus der Böhmerwaldstraße (Hubergasse) bedankt sich bei der Gemeinde und lässt sie wissen, dass sie seit 45 Jahren dort wohne und sich durch diese Maßnahme erstmals seit 20 Jahren wieder bei geöffneter Balkontüre unterhalten könne. Auch vermehrt Singvögel hat sie dort wieder gesichtet.

Im Rahmen der Umweltbildung wurde auch im Kindergarten Heidestraße die streng geschützte Saatkrähe und ihr Lebensraum besprochen. Am Freitag 04. April versammelten sich rund 100 Kindergartenkinder und erfuhren von den Erzieherinnen, wo die Saatkrähe lebt, wie sie aussieht, was sie frisst und welche Rolle sie in der Natur spielt. Auch wurde ihnen anschaulich erklärt, warum die Saatkrähen mit Hilfe eines Falkners aus bestimmten Bereichen in andere Gebiete Echings umgesiedelt werden.
Im Anschluss trafen die Kinder im Freizeitgelände den Falkner und die Falknerin mit ihren beiden Wüstenbussarden. Ihnen wurde kindgerecht die Arbeit mit den Vögeln erklärt und dass die Saatkrähen in andere Gemeindebereiche umsiedeln, um dort ihre Nester zu bauen. Und natürlich zeigten die Falkner mit ihren beiden Wüstenbussarden ihr Können.

Die Vögel flogen nicht nur auf das Klettergerüst und die Basketballkörbe, sondern nahmen auch auf Bänken und dem Arm des Falkners Platz. Höhepunkt für ganz mutige Kinder war das Verweilen der eindrucksvollen Vögel auf deren Köpfen und Armen.
Bürgermeister Sebastian Thaler besuchte ebenfalls die Kindergartenvorführung und resümierte: „Die Gemeinde ist vorerst zufrieden mit dem Ergebnis der Saatkrähenvergrämung. Ob diese auch in den kommenden Jahren und langfristig die gewünschte Wirkung erzielen wird, wird sich zeigen. Auf jeden Fall sehen wir den Falkner und sein Team nächstes Jahr in den betroffenen Gebieten von Eching wieder.“