Vom 19. bis 26. Juli 2026 empfängt die Gemeinde Eching eine Delegation aus ihrer peruanischen Partnerkommune Urubamba. Die Städtefreundschaft besteht bereits seit 1994, initiiert durch den Arbeitskreis Entwicklungshilfe. Im Rahmen der im März 2026 begonnenen Klimapartnerschaft kommen drei Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung für eine einwöchige Fachaustauschreise nach Eching. Ziel ist ein praxisnaher Austausch zu Klimaanpassung, Wasser, Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität.

Das Bild zeigt die Ortsmitte mit Kirche von Urubamba
Was ist eine Klimapartnerschaft?
Eine kommunale Klimapartnerschaft ist eine langfristige und gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen zwei Kommunen. Beide Seiten bringen ihre eigenen Erfahrungen, Fragestellungen und fachlichen Schwerpunkte ein. Gemeinsam werden Themen identifiziert, Lösungsansätze verglichen und Grundlagen für konkrete Vorhaben entwickelt.
Foto: Kirche und Ortsmittelpunkt von Urubamba
Die Partnerschaft wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global gefördert.
Wozu dient die Fachaustauschreise?
Während der Besuchswoche stellen Eching und Urubamba ihre jeweiligen Herausforderungen und bisherigen Ansätze vor. Auf dieser Grundlage sollen gemeinsame Arbeitsschwerpunkte und erste Bausteine für einen Aktionsplan entwickelt werden.
Für Eching sind insbesondere Wasserknappheit, belastete Böden und die Anpassung der Landwirtschaft an längere Hitze- und Trockenperioden wichtige Zukunftsfragen. Dabei geht es etwa darum, Wasser effizienter zu nutzen, die Speicherfähigkeit und Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten und landwirtschaftliche Kulturen widerstandsfähiger gegenüber veränderten Klimabedingungen zu machen.

Foto: Kartoffelernte auf dem Gut Neuhof in Eching
Ein konkretes Beispiel ist der Kartoffelanbau. Auch für die heimische Landwirtschaft stellen sich Fragen nach trockenheits- und hitzeverträglichen Sorten, nachhaltigem Bodenmanagement und wassersparender Bewirtschaftung.
Urubamba liegt in einer traditionsreichen Kartoffelregion und bringt zugleich eigene kommunale und landwirtschaftliche Themen in die Partnerschaft ein.
Welche gemeinsamen Ansätze daraus entstehen können, soll während der Arbeitswoche herausgearbeitet werden.

Foto: Wasserlauf in Urubamba
Der Austausch bleibt nicht auf Gespräche im Rathaus beschränkt. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist mit ihrer fachlichen Expertise zu nachhaltiger Landwirtschaft und internationaler Zusammenarbeit eingebunden.
Darüber hinaus besucht die Delegation kommunale Einrichtungen und regionale Betriebe. Ortsansässige Landwirte wirken am Programm mit und geben Einblicke in ihre Arbeit, unter anderem bei einem Besuch auf Gut Neuhof.
Weitere Programmpunkte befassen sich mit kommunaler Wasserwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität, Direktvermarktung und regionaler Wertschöpfung.
Breites ehrenamtliches Engagement
Die Klimapartnerschaft wird von Beginn an auch durch engagierte Bürgerinnen und Bürger getragen. Ehrenamtliche und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Eching haben sich in mehreren Treffen intensiv auf den Besuch vorbereitet und arbeiten während der gesamten Woche aktiv mit.
Sie unterstützen unter anderem bei Übersetzungen, bringen eigene fachliche Kenntnisse und Kontakte ein, begleiten Führungen und Programmpunkte und kümmern sich auch außerhalb des offiziellen Programms um die Gäste. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, dass aus dem kommunalen Fachaustausch eine lebendige und vor Ort verankerte Partnerschaft entsteht.
Ein regionales Buffet der Fairtrade-Gruppe Eching sowie Begegnungen mit Vereinen und Initiativen ergänzen das Fachprogramm. Auch sie geben der Delegation Einblicke in das gesellschaftliche und ehrenamtliche Leben der Gemeinde.
Die Delegation aus Urubamba
Zur Delegation gehören María Guadalupe Romero Ochoa, Gemeinderätin, Eiger Sánchez Motta, Leiter der Umweltverwaltung, sowie Mariano Tapia Yupanqui, Gemeinderat.
Mehrwert für beide Kommunen
Die Klimapartnerschaft befasst sich mit Fragen, die Eching bereits heute unmittelbar betreffen. Trockenheit, Wasserverfügbarkeit, belastete Böden und die Zukunft der Landwirtschaft sind keine abstrakten internationalen Themen. Sie haben konkrete Auswirkungen auf kommunale Planungen, Grünflächen, Naturhaushalt und landwirtschaftliche Betriebe in der Region.
Auch Urubamba kann von Erfahrungen aus Eching und der Region profitieren, etwa in den Bereichen kommunale Infrastruktur, Kreislaufwirtschaft, Landwirtschaft, Bildungsarbeit und Bürgerbeteiligung. Die Partnerschaft verbindet damit Verwaltung, Wissenschaft, Landwirtschaft, Ehrenamt und Bürgerschaft und schafft einen konkreten fachlichen Nutzen für beide Kommunen.
