Günzenhausen, Ottenburg und Deutenhausen

Geschichte und gelebtes Brauchtum

Günzenhausen

Die erste schriftliche Erwähnung Günzenhausens findet sich im 9. Jahrhundert. Aus archäologischen Funden geht hervor, dass die Gegend wahrscheinlich schon während der Römischen Kaiserzeit (27.v. Chr. bis 395 n. Chr.) besiedelt war.

Der Ort Günzenhausen kann auf eine lange landwirtschaftliche Tradition zurückblicken. Die Geschichte der Höfe und die Namen der Bewirtschafter können teilweise bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Günzenhausen Teil der Hofmark Ottenburg und gehörte zum Hochstift Freising. Nach der Säkularisierung wurde im Zuge der Verwaltungsgliederung im Königreich Bayern aus den Orten Günzenhausen, Ottenburg, Deutenhausen und Hörenzhausen die politische Gemeinde Günzenhausen gebildet. Diese wurde im Rahmen der Gebietsreform in Bayern aufgelöst. Während Hörenzhausen nach Fahrenzhausen eingemeindet wurde, kamen Günzenhausen, Ottenburg und Deutenhausen 1978 zur Gemeinde Eching.

Die beeindruckende Kirche St. Laurentius mit Zwiebelturm prägt bis heute das Ortsbild und ist von weither sichtbar. Unterhalb der Kirche befindet sich das geschichtsträchtige Wirtshaus, das früher auch als „Hofmarkswirt“ bezeichnet wurde. Günzenhausen lag an der Straßenverbindung München – Ingolstadt. Der Zoll wurde vor Ort durch den jeweiligen Günzenhausener Wirt erhoben.

Die bedeutsame Geschichte, das aktive, gemeinschaftliche Vereins- und Kulturleben sowie die schöne, naturnahe Lage im Moos machen die Orte Günzenhausen, Ottenburg und Deutenhausen bis heute zu beliebten Wohnorten.

Ottenburg

Ottenburgs erste schriftlich Erwähnung findet sich 1020 in den Verzeichnissen des Klosters Tegernsee.  Im 11. Jahrhundert gehörte es den Welfen und den Grafen von Ottenburg, Grögling, Dollnstein, die sich später Grafen von Grögling-Hirschberg nannten.

Im 12. Jahrhundert erfolgte unter Bischof Otto von Freising der Ausbau und die Befestigung der Ottenburg. 1212 wurde die Hofmark Ottenburg gebildet, zu der neben Günzenhausen und Deutenhausen auch die Ortschaft Eching gehörte, die durch den Freisinger Fürstbischof neu erworben worden war.

Die Ottenburg war das Zentrum der Hofmark und Sitz eines Pflegers. Ihm oblag auch die niedere Gerichtsbarkeit. Mit der Säkularisierung Bayerns Anfang des 19. Jahrhunderts endete die Hofmark Ottenburg. Ottenburg wurde 1818 Teil der politischen Gemeinde Günzenhausen. Das Schloss kam in den Besitz des Kurfürstentums Bayern und wurde anschließend von Freiherr Adam von Aretin erworben. Es folgten verschiedene Eigentümer. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Aussehen der Schlossanlage durch Abriss und Brand verändert, hin zu einer Villa im spätklassizistischen Stil.

Neben dem Schloss, das bis heute in Privatbesitz ist, gelten die 1845 wieder errichtete Schlosskapelle St. Georg und die Nepomuksäule als schmucke Zeichen für Ottenburgs lange und bedeutende Geschichte.

Deutenhausen

Die erste schriftliche Erwähnung von Deutenhausen datiert auf das Jahr 791. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war für Deutenhausen die Schreibweise Daitenhausen üblich.

Deutenhausen war früher Teil der Hofmark Ottenburg. Ab 1818 gehörte Deutenhausen zur politischen Gemeinde Günzenhausen. Als diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst wurde, wurde Deutenhausen neben Günzenhausen und Ottenburg Teil der Gemeinde Eching.

Ebenso wie Günzenhausen kann Deutenhausen auf eine lange landwirtschaftliche Tradition zurückblicken. Namen der Bewirtschafter lassen sich teils bis zum 14. Jahrhundert belegen.

Das Ortsbild wird bis heute durch die eindrucksvolle Natur und durch die schönen landwirtschaftlichen Anwesen geprägt. In der Mitte des Ortes steht die Kapelle St. Franz Xaver, deren Geschichte bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht. Der heutige Bau mit spitzem Turm wurde 1981 neu errichtet.